Die Bäuerinnen und ihr Geschick
Dass ich ein großer Fan der Bäuerinnen-Organisation bin, dürfte nicht ganz unbekannt sein. In so vielen Punkten überzeugt sie, vernetzt, greift aktuelle Themen auf und widmet sich der Vertretung der Frauen im ländlichen Raum.
Hier habe ich eine Geschichte, deren Auslöserin an Raffinesse nicht ganz leicht zu überbieten ist.
Anfang Dezember ruft mich Doris, die Ortsbäuerin von St. Jakob in Haus, an.
„Du, hast du schon eine Weihnachtsgeschenksidee für deinen Mann? Ich könnte dir im März ein Wochenende in einer meiner Ferienwohnungen anbieten. Die Gäste sind da abgereist. Ihr hättet eine ganz feine Zeit.
Und du könntest an einem Abend einen Vortrag bei meinen Bäuerinnen halten. Ich möchte gerne das Thema Das Zusammenleben der Generationen aufgreifen.“
Ich muss so lachen und sage ihr zu.
Und da sind sie dann – über vierzig Frauen einer nicht wirklich großen Gemeinde. Das ist wirklich eine besondere Leistung.
Sie sind so bei der Sache, unterhalten sich auch noch nach dem Vortrag über die Inhalte, die sie offensichtlich sehr beschäftigen.
Eine junge Bäuerin, Controllerin im Zweitberuf, die voller Zufriedenheit auf einem abgelegenen Hof mit Großfamilie lebt, war froh um folgenden Gedanken:
Was kann ich dazu beitragen, dass sich unsere Situation wieder entspannt?
Barbara, so hieß sie, meinte, das sei eine sehr essentielle Frage, die ja auch zeigt, dass nicht immer die anderen die Verantwortung für den Konflikt tragen. Ergänzend könne auch die Frage gestellt werden:
Was habe ich dazu beigetragen, dass sich die Situation ungünstig entwickelt hat?
Ach, das Potential dieser Frauen! Hüten und pflegen!