Posts by: Angelika Wagner

Mist gebaut

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Ich steige nach einem intensiven Landwirtschaftskammertag aus dem Zug und gehe zu meinem Auto. Also: ich gehe zu dem Platz, auf dem ich mein Auto am morgen geparkt habe. Da ist nun eine leere Fläche. Kurz überdenke ich – vielleicht wollte ich das Auto auch nur dort hinstellen, habe es aber dann doch nicht getan. Ich muss vielleicht ergänzen, dass der Platz nicht wirklich eine öffentliche Parkfläche ist. Aber wenn ich das Park & Ride Plätzchen aufsuche, dann ist es immer voll!

Und ja- ich war auch nicht so früh dran. Mir dämmerts! Abgeschleppt mein armes Auto und meine arme Geldtasche!

Was mache ich jetzt? Steht ja nicht da “wir haben ihr Auto abgeschleppt”.

Also rufe ich zuerst meinen Mann an-der tröstet mich.

Dann bei der Polizei: die Polizistin ist sachlich und ich erfahre alles was ich nun wissen muss: ich weiß wo mein Auto steht, dass ich es auch heute noch gegen eine Summe Geld, die weh tut, abholen kann, dass es dann auch noch eine Anzeige gibt.

Jetzt besuche ich wie jeden Montag meine Mama- dieses Mal zu Fuß.

Auf der ganzen Strecke rechne ich, wie viele Stunden ich für diesen Blödsinn wohl arbeiten werde müssen. Aber ehrlich gesagt- immer mit der Einordnung: so schlimm ist das nun auch wieder nicht.

Meine jüngere Schwester meint: da wo ich geparkt habe ist nicht nur blöd, sondern saublöd!

Die ältere Schwester zerbricht sich den Kopf über eine Strafminderung.

Dann bringt mich mein Lieblingstaxi (mein Mann) zum Abschleppdienst- noch einmal sachlich und freundlich trotz später Stunde.

Dort steht ja mein Auto. Ich glaube, es hat schon hart gewartet. Und es steht neben einem total kaputten Unfallauto. Wie froh bin ich, dass ich nur falsch geparkt habe.

Mist gebaut: wenn man einen Fehler macht, der dann so ausgeht- dann ist es doch Mist.

Ein Dünger (Mist) für getröstet werden, etwas gelernt zu haben (mach ich nicht mehr!), sachlich beraten zu werden und schwesterlich pointiert auf den Punkt gebracht zu werden.

Der Schlangltag und eine besonders wichtige Frage

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Seit gestern weiß ich, dass Maria Lichtmess, der 2. Februar auch Schlangltag heißt. Alleine die Bedeutung von Lichtmess macht froh. Jetzt hat das Licht überhand über das Dunkle! Wir haben nun ab heute jeden Tag mehr Licht als Nacht! Und gell, das brauchen wir gerade besonders!

Die Kirche weiht an diesem Tag alle Kerzen, die sie für das kommende Jahr brauchen wird. Die Krippe wird weggeräumt, die Weihnachtszeit ist nun endgültig vorbei.

Nach einem keltischen Brauch wird besonders der Göttin des Lichts gedacht: Brigid! Sie soll uns Reinigung, Jugend, Frische, Fruchtbarkeit und Erneuerung bringen!  

Ich glaube, ich werde heute noch einige Kerzen anzünden.

Aber nun nochmals zum Schlangltag. Ich erzähle euch, was einer unserer besonders lieben Blogfreunde mir am Telefon erzählt hat. Früher haben an Lichtmess die Dienstboten auf den Bauernhöfen ihren Dienstgeber gewechselt oder durften ein weiteres Jahr bleiben. Schlangln bedeutet unter anderem, dass an diesem Tag nichts getan werden muss.

Was mir aber gestern im Gespräch mit M, den sehr viel überlegenden Bauern ganz neu war:

Lichtmess war der Tag im Jahr, an dem sich die Paare miteinander überlegen, wie sie miteinander weitertun.

Jetzt ganz plump fachlich gesprochen: eine Reflexionsschleife an einem besonderen Tag. Ich bin begeistert. Als ich es einer Freundin erzählte meinte sie. Echt nur einmal im Jahr?

Ja schon – aber immerhin! Ich interpretiere hier auch Erneuerung und Reinigung und Frische. Es könnte eigentlich auch eine neue Zusage für das Gemeinsame sein. Zum Beispiel darüber nachdenken, wo passen wir besser aufeinander auf?

Was bedeutest du mir?

Am Abend habe ich es einem meiner Söhne erzählt. Dem fällt meistens sofort ein Lied ein. Haindling: Sie Und Er!

Während ich für uns schreibe höre ich es und vom Ellbogen bis in die Fingerspitzen begleitet von Gänsehaut.

Kommentar meines Sohnes: Is scho nit nit kitschig!?

Nina , die digitale Welt und die Poesie

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Online-Seminare, Sitzungen, Webinare, digitale Meetings, Beratungen im virtuellen Raum….

Mir schwirrt der Kopf. Wir alle sind zurzeit so vielfältig gefordert, auch im Erwerben von neuen Fertigkeiten. Wir lernen zur Zeit viel über die digitalen Möglichkeiten in der Bildung und in der Beratung.

Als unsere Kollegin Nina eine Weile vor Corona in unserem Fachbereich zu Arbeiten begann, konnte niemand ahnen, wie klug und notwendig diese Entscheidung war.

Bei einer heutigen Sitzung erzählte sie, dass sie in der vergangenen Zeit über 70 Webinare koordiniert hat. Sie unterstützt, erklärt mit einer endlosen Geduld und gibt uns den technischen Support. Nikola und Magdalena, auch aus dem Bildungsteam der Tiroler Landwirtschaftskammer sind Teil dessen, dass es so gut funktioniert.

Ich muss das erzählen! Großes und sich weiter entwickelndes Wissen (habt ihr schon einmal von einer Tischkamera gehört?), Fachbereich übergreifend zeugen von einer an den Herausforderungen wachsenden Haltung.

Und dann erzählte mir Nina, dass sie selbst schon im ersten Lockdown (also bald vor einem Jahr) über das Aufleben nachgedacht habe. Sie werde schauen, ob der Text noch irgendwo herumschwirrt. Heute kam das Mail, das mich richtig tief berührt hat.

Nina! Du bist auch Poetin!

Schaut und freut euch mit uns! “Den Moment genießen”

 

 

Aufleben
Was bedeutet Aufleben für mich?

aufleben
auf – leben
aufstehen und leben
leben nicht im Sinne einer romantischen Vorstellung vom es sich gut gehen lassen durch
Reisen, durch das Erklimmen eines Gipfels oder durch einen Sprung in das kühle Nass
nein leben
auf – leben
aufleben durch die ursprünglich als banal verankerten, alltäglichen Dinge die uns
gerade in Zeiten wie diesen wieder bewusst werden lassen wie schön jeder einzelne Tag ist
leben
aufstehen und leben
seinen Körper mit den eigenen Füßen tragen, den Tastsinn der Handflächen neu
erkunden, bewusst Schritt für Schritt durch die eigenen vier Wände zu gehen, sich
wohlfühlen in sich selbst ohne großes Zutun. Den Moment genießen. Diesen, den nächsten.
aufleben
auf! – leben

Frauen auf zum Stammtisch!

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Ein neues Jahr in einer eigenartigen Zeit hat begonnen. Kann überhaupt etwas geplant werden?

Und was hat es mit Lebensqualität und Frauen zu tun? Aufleben im Gespräch mit der Trainerin Barbara Kathrein.
Lasst euch überraschen!

Am 20.Jänner wird ein Webinar stattfinden. Einige tolle und mutige Frauen sind schon angemeldet. Ein paar Plätze sind noch frei!

 

Hier weitere Informationen und eure Anmeldemöglichkeit: https://tirol.lfi.at/webinar-lqb-unternehmerinnenstammtisch-jahresplanung+2500+2262687

Wir freuen uns auf euch!

Würschtel sieden am Gipfel

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Letzten Montag hatte ich ein Telefonat mit einem Bauern, der sehr bewegt und stolz von einer seiner Weichenden erzählt hat. Er ist ein sehr interessierter Mensch, kämpft sich in Richtung Hofübergabe und verfolgt fleißig unseren Blog. Er sagt: Gell ihr wollt, dass wir mit euch in einen Austausch kommen? Und wie!

Und dann bittet er seine Tochter, uns ihr Sonntagserlebnis zu schildern. Danke liebe C.! So eine schöne Geschichte! Doch lest selbst!

Mein Papa hat dir von unserer Wanderung mit unseren Kindern letzten Sonntag erzähltIch möchte gerne ein wenig weiter ausholen. 

Unsere Kinder sind 3  und 8 Jahre alt. Wir waren im Frühjahr im Homeschooling und jetzt im November wieder. Für Familien ist das die viel zitierte Herausforderung, die wir schaffen wollten. 

Für die Kinder ist es das eine echt harte Zeit. Da muss man sich als Mama und Papa was einfallen lassen beziehungsweise wollten wir die Zeit nutzen und einfach das Positive für die Kinder herausstreichen.  Zeit zu Viert und Erlebnisse, die uns noch mehr verbinden. Wir wollten ihnen zeigen, dass es trotz Abstand und zahlreichen anderen Regeln keinen Grund gibt den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben schließlich das Privileg  in Tirol zu leben und quasi vor der Haustür ein Naturparadies zu haben in dem Abstand sehr leicht einzuhalten ist. 🙂

Ich gehe mit unseren Kindern fast täglich in der Nähe unseres Hauses in den Wald. Im Frühjahr haben wir während des Lockdowns das Wachstum der Kaulquappen in einer Wasserpfütze dokumentiert – was sie fast täglich dazu motiviert hat mit der Becherlupe in den Wald zu gehen und die Kaulquappen zu bestaunen. Meine große Tochter hat das dann auch noch dokumentiert.

Dieses Wochenende wollten wir nochmal die Sonne genießen und haben am Samstag den Beschluss gefasst, dass wir am Sonntag auf den Berg gehen werden. Kurzentschlossen haben wir am Samstag noch Würstchen besorgt um auf dem Berg eine gute Jause zu haben. Am Sonntag in der Früh waren alle voll motiviert und wir sind losgedüst. Ausgerüstet mit Gaskocher und Rutschplattln sind wir dann gestartet. Unter dem Motto “mia gehn soweit wia ma kemman” gehen wir los. Der Tag wird wunderschön und wir können bald auf ein fluffiges Wolkenmeer hinunterschauen. Wir gehen über Schneefelder und freuen uns schon aufs runterfahren. Unterwegs finden wir Eiszapfen, reiffige Blätter, Eiskristalle und viele Dinge, die im Kinderkosmos und auch in dem ihrer Eltern sehr interessant sind.

Zwischendurch machen wir eine kurze Pause und stärken uns. Um ziemlich genau 12:30 Uhr haben wir den Gipfel aber dann geschafft. Vom Auto bis zum Gipfel sind es 500 Höhenmeter. Wir sind sehr stolz auf unsere beiden Wanderer. 

Oben packen wir unseren Gaskocher aus und kochen mit Schneewasser ein paar Frankfurter und essen dazu Brezen. 

Es ist wirklich ein herrlicher Tag. Die Aussicht ist einmalig und auch der Schnee. 

Doch jetzt geht die Gaudi erst so richtig los. Wir treten mit den Rutschplatteln den Heimweg an. Es ist ein Riesenspass. (Wir Erwachsenen sind wohl nicht mehr so für diese Art der Abfahrt gemacht uns tat danach das Hinterteil weh.)

Es war ein wundervolles Erlebnis für die beiden Kleinen und auch für uns.”

Hände in die Hüfte stemmen, schnauben und anderes

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Es flockt ein bisschen wenn ich zum Fenster hinausschaue. Mich beruhigt dieses leise Fallen. Die Flocken kommen tonlos am Boden an.

Mich beruhigt das. Was mich beruhigen kann ist unser heutiges Thema.

Derzeit läuft in der Beratung vieles über Telefon oder auch Videotelefonie. Jeder sitzt an seinem Computer und man spricht miteinander über Bildschirm. Das ich nicht das Gleiche wie ein Gespräch ohne technische Hilfsmittel. Aber es kann durchaus eine gute Atmosphäre herstellen. Die Stubenuhr tickt, man hört und spürt ein wenig in das Leben anderer.

Ein geradezu magischer Moment: schafft man die technische Verbindung? Und dann strahlende Gesichter, wenn es gelingt.

Eines davon ist Antonia. Sie hat Ängste. Riesengroße Ängste, dass ihrer Familie etwas passieren kann. Es könnte Unfälle im Stall, am Feld oder auf den Schulwegen geben. Alles könnte plötzlich an Boden im Leben verlieren. Jetzt könnte man meinen, sie ist halt ein bisschen hysterisch. Aber nein. Ganz im Gegenteil. Antonia hat viel mit gemacht. Sie lebt ihr Leben mit großem Engagement und Entschlossenheit. Allerdings ist es auch bei ihr coronabedingt ruhiger. Sie sagt, dass gerade alles so gut gelaufen ist und nun dieses Loch.

Manchmal hat sie richtig Herzrasen. Ich erzähle ihr von einem kleinen Buch: Claudia Croos Müller: Nur Mut. Das kleine Überlebensbuch bei Herzklopfen, Panikattacken und co. 

Gemeinsam üben wir.

Die Autorin beschreibt Übungen, die unserem Gehirn und unserem Körper signalisieren, wir sind der Situation gewachsen. Jetzt kann man auf dem Bild nicht alles leicht erkennen.

Ich beschreibe euch eine genauer: Hände in die Hüfte stemmen: Du stellst dich breitbeinig fest auf den Boden, richtest dich auf und stemmst kräftig beide Arme in die Seite. Dadurch wird der Brustkorb weiter und du kannst wieder freier atmen, dein Blick hebt sich und die Perspektive des gerade noch eingeengten Blickwinkels wird weiter.  Solltest du dazu vielleicht noch schnauben wie ein Pferd, lösen sich zusätzlich die angespannten Gedankengänge im Hirn.

Wie die Autorin richtig beschreibt handelt es sich bei diesen Übungen um eine Spontanhilfe. Da wirken sie wunderbar, weil sie die Konzentration auf den Augenblick lenken. Konzentrieren muss ich mich halt schon selbst!

Und es ist sehr wichtig, sich auch eine Hilfe zu holen. Menschen, von denen man weiß, dass  sie einem gut zuhören können, die richtigen Fragen stellen.

Manchmal braucht es auch professionelle Hilfe. Nur Mut! Der erste Schritt ist vielleicht aufregend. aber er lohnt sich. Eine gute Adresse im bäuerlichen Umfeld ist die Beratung von Lebensqualität Bauernhof mit dem bäuerlichen Sorgentelefon und den Berater*innnen in den verschiedenen Bundesländern.

https://www.lebensqualitaet-bauernhof.at/ansprechpartner-tirol+2500+1651971

Die Bilder sind dem Buch Claudia Croos Müller: Nur Mut. Das kleine Überlebensbuch bei Herzklopfen, Panikattacken und co.  entkommen.

Ein Lob den Lobhudeleien

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Das Wörterbuch Duden sagt zur Bedeutung von Lobhudeleien:

übertriebenes, unberechtigtes Lob, mit dem sich jemand bei jemandem einschmeicheln will

Gut. Unberechtigt ist kritisch. Aber wird beim Loben wirklich so oft übertrieben?

Doch stellt euch vor! Unser letzter Blogbeitrag über die Wertschätzungspyramide hat einige Reaktionen ausgelöst: Danke, dass ihr darüber schreibt. Ich werde auf meinem Betrieb so oft übersehen. Fühle mich wirklich wie ein Möbelstück. Oder: könnt ihr das bitte auch meinem Arbeitsgeber ausrichten?

Das machen wir, indem wir heute zum Beispiel noch einmal genauer auf die Form eines Lobes eingehen. Damit ist nicht das “Tiroler Loben” gemeint:

Nit gschumpfn isch glob gnuag. (Nicht geschimpft ist genug gelobt.)

Aus dieser Perspektive ist gleich einmal etwas eine Lobhudelei.

Dazu noch einmal Reinhard Haller. Er spricht von der Kraftquelle des Lobes. Das Lob müsse originell und individuell sein. Tja! Das ist schon ein Anspruch. Wie geht das?

Ich erinnere mich an einen sehr engagierten Übernehmer, der schon verstanden hat, dass das Lob ein wichtiges Mittel der Mitarbeiter*innenmotivation ist. Voller Tatendrang stand auf seiner Tagesordnung: Mitarbeiterlob! Bei einem weiteren Treffen mit dem Team ist er völlig überrascht, dass das Lob nicht ankam. Hat er es doch gemacht. Was ist passiert?

Das Lob konnte nicht ankommen, denn es war nicht persönlich und nicht von Herzen gemeint. Er hat selbst verstanden, dass er es gemacht hat, weil es zum guten Betriebsführer gehört. Er spürte, dass es da etwas anderes braucht.

Ich las einmal einen sehr guten Tipp für das individuelle Loben. Ich nehme mir die Zeit und meine ganze Aufmerksamkeit, (ist nicht immer eine Ewigkeit!), schau dir zu, wie du das machst und spreche aus, dass mir gefällt, was ich sehe, dass mir schmeckt, was du gekocht hast, dass es fein ist, in ein frisches Hemd zu schlüpfen, dass die Reifen gewechselt, das Auto getankt, die Kühe gemolken, das Bett frisch überzogen…

Bestimmt ist täglich etwas zu finden. Und für einen Moment rutscht das Herz fröhlich über die bunte Rutsche.

Ich schau dir in die Augen Kleines

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Gerade habe ich mit meiner Freundin Barbara telefoniert. Seit geraumer Zeit trödle ich um diesen Blogbeitrag herum. Was man so alles tun kann, um den heißen Brei zu umkreisen: da noch etwas nachschauen,  Protokolle sind noch nicht fertig, in der Küche ist noch etwas zu tun, Wäsche aufhängen, Mails checken, Kontostand sichten (ojeee)…

Dann ruft Barbara an. Voller Begeisterung erzählt sie von einer Schulung. Eine Online-Schulung über gelungene Online-Trainings. Sie schwärmt und beschreibt. Ich höre und merke, wie ihre Begeisterung ansteckt. Meine Energie wächst. Danke Barbara!

Und jetzt flutscht es wieder. Ich erzähle euch heute ein bisschen von den Stufen der Wertschätzung. Kennengelernt haben wir dieses Bild bei einem spannenden Vortrag von Reinhard Haller.

So habe ich mir das aufgezeichnet. Vielleicht schreibe ich es besser nochmals auf:

Von unten: Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Respekt und Achtung, Anerkennung, Wertschätzung, Vertrauen, Liebe.

Der Boden der Wertschätzung ist die Aufmerksamkeit und die Beachtung. Wie oft erlebe ich bei meiner Arbeit, dass es den Menschen schon an der Basis mangelt. Sie fühlen sich wie ein Möbelstück: steht immer am gleichen Platz und wird erst wahrgenommen, wenn es nicht mehr da ist. Das ist das Gegenteil von Achtung:  Missachtung. Wir können uns gegenseitig sehr kränken (ein wichtiges Wort bei Haller), indem wir uns nicht beachten.

Der Referent beschreibt Beachtung und Aufmerksamkeit als das bewusste Lenken meiner Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Durch das Gesehen werden wächst in uns das Gefühl WERTVOLL zu sein. Lebenskraft gedeiht.

(Über das besonders wichtige Tun, sich selbst Aufmerksamkeit und Beachtung zu schenken sprechen wir an andere Stelle.)

Was Blicke, Ohren und eine kleine Berührung können. Dann sehe ich dich und schau dich wirklich an. Wie gut das tut.

Buchempfehlung: Reinhard Haller, Das Wunder der Wertschätzung

Titelfoto: Michaela Pitterl

Bei der Hofübergabe oandla diskutiern

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Simon ist Berater der Bezirks-Landwirtschaftskammer Kufstein. Und er ist Bauer. Petra und Simon haben gemeinsam mit mir in der vergangenen Woche das Hofübergabeseminar für das Unterland gestaltet. Selten nehme ich mir die Zeit, auch bei meinen Kolleg*innen zu zuhören. Doch diesmal wollte ich wissen, worauf ich bei meinen Beratungen aus fachlicher Sicht gut acht geben muss – sozusagen eine fachliche Fortbildung.

Und dann bin ich mit ganz großen Ohren und einer noch größeren Freude dabei gewesen. Meine tollen Kolleginnen und Kollegen!

Simon, dessen Part eigentlich die Förderungen ist, hat mit einem ganz umfassenden Begriff von Förderungen aufhorchen lassen. Was da alles dazu gedacht werden kann!

Die Zukunft des Betriebes muss oandla* diskutiert werden. Er spricht auch von seinen eigenen Erfahrungen, setzt sich für das Beratungsangebot des Betriebskonzeptes ein, ermuntert die Anwesenden gut nachzudenken, wohin in Zukunft die betriebliche Reise gehen soll.

Er stellt eine Folie für die Betriebsanalyse vor, die wichtige Faktoren wie Arbeitswirtschaft, Rechte, Maschinen, Betriebszweige, Lage und Flächen, Ausbildung und Gebäude beinhalten. Da die Kästchen nacheinander dazu geschalten werden, bin ich schon ganz gespannt, was wohl das letzte sein wird.

Die Familie! Nein, nicht das Letztwichtige meint Simon, das Wichtigste!

Er beschreibt zum Thema Familie, wie wichtig das Eingebunden sein ist. Jemand der mit einem ist. Und dafür muss ich mir Zeit nehmen. 

Energisch und kraftvoll sagt er es. Und im Raum herrscht Nachdenklichkeit.

(*ordentlich)

Fahrtwind um die Nase

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Sophia ist eine Bäuerin von Format. Sie liebt ihren Beruf. Gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaften sie im Vollerwerb einen Milchwirtschaftsbetrieb. Die Kinder sind erwachsen, machen ihren Weg alle gut.

Zur Beratung kommt sie, weil es in ihrem Leben auch Konflikte mit nahen Menschen gibt. Sie will ihr eigenes Verhalten überprüfen, neue Denkansätze finden. Zum zweiten Termin nimmt sie gleich ihren Mann mit. Weil auch er davon betroffen ist. Ganz alleine könne sie das nicht tragen.

Schon ein bisschen Widerwillen habe er gezeigt. Sie habe ihm aber keine andere Möglichkeit gelassen. Sophia hat ihn überzeugt, war sich sicher, dass es auch für sie beide ganz zentral ist, einen Blick mit einer Hilfe von außen zu wagen.

Natürlich ist Beratung auch anstrengend. Heraus aus den alten Denkmustern, neues wagen.

Eine wichtige Hilfe für das Bewältigen von Schwierigkeiten und Konflikten ist, sich der eigenen Ressourcen bewusst zu werden.

Dazu haben wir bereits eine Serie veröffentlicht!

Was Sophia noch erzählt hat, sie habe nun das alte Moped ihrer Tochter aktiviert. Wenn sie damit unterwegs sei, dann fühle sie sich jung und frei. Sie käme dann wieder leichter in ihre eigene Kraft und könne dadurch- so hoffe sie- wieder besser mit den Herausforderungen umgehen.

Wie klug von ihr!