Posts by: Angelika Wagner

Würschtel sieden am Gipfel

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Letzten Montag hatte ich ein Telefonat mit einem Bauern, der sehr bewegt und stolz von einer seiner Weichenden erzählt hat. Er ist ein sehr interessierter Mensch, kämpft sich in Richtung Hofübergabe und verfolgt fleißig unseren Blog. Er sagt: Gell ihr wollt, dass wir mit euch in einen Austausch kommen? Und wie!

Und dann bittet er seine Tochter, uns ihr Sonntagserlebnis zu schildern. Danke liebe C.! So eine schöne Geschichte! Doch lest selbst!

Mein Papa hat dir von unserer Wanderung mit unseren Kindern letzten Sonntag erzähltIch möchte gerne ein wenig weiter ausholen. 

Unsere Kinder sind 3  und 8 Jahre alt. Wir waren im Frühjahr im Homeschooling und jetzt im November wieder. Für Familien ist das die viel zitierte Herausforderung, die wir schaffen wollten. 

Für die Kinder ist es das eine echt harte Zeit. Da muss man sich als Mama und Papa was einfallen lassen beziehungsweise wollten wir die Zeit nutzen und einfach das Positive für die Kinder herausstreichen.  Zeit zu Viert und Erlebnisse, die uns noch mehr verbinden. Wir wollten ihnen zeigen, dass es trotz Abstand und zahlreichen anderen Regeln keinen Grund gibt den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben schließlich das Privileg  in Tirol zu leben und quasi vor der Haustür ein Naturparadies zu haben in dem Abstand sehr leicht einzuhalten ist. 🙂

Ich gehe mit unseren Kindern fast täglich in der Nähe unseres Hauses in den Wald. Im Frühjahr haben wir während des Lockdowns das Wachstum der Kaulquappen in einer Wasserpfütze dokumentiert – was sie fast täglich dazu motiviert hat mit der Becherlupe in den Wald zu gehen und die Kaulquappen zu bestaunen. Meine große Tochter hat das dann auch noch dokumentiert.

Dieses Wochenende wollten wir nochmal die Sonne genießen und haben am Samstag den Beschluss gefasst, dass wir am Sonntag auf den Berg gehen werden. Kurzentschlossen haben wir am Samstag noch Würstchen besorgt um auf dem Berg eine gute Jause zu haben. Am Sonntag in der Früh waren alle voll motiviert und wir sind losgedüst. Ausgerüstet mit Gaskocher und Rutschplattln sind wir dann gestartet. Unter dem Motto „mia gehn soweit wia ma kemman“ gehen wir los. Der Tag wird wunderschön und wir können bald auf ein fluffiges Wolkenmeer hinunterschauen. Wir gehen über Schneefelder und freuen uns schon aufs runterfahren. Unterwegs finden wir Eiszapfen, reiffige Blätter, Eiskristalle und viele Dinge, die im Kinderkosmos und auch in dem ihrer Eltern sehr interessant sind.

Zwischendurch machen wir eine kurze Pause und stärken uns. Um ziemlich genau 12:30 Uhr haben wir den Gipfel aber dann geschafft. Vom Auto bis zum Gipfel sind es 500 Höhenmeter. Wir sind sehr stolz auf unsere beiden Wanderer. 

Oben packen wir unseren Gaskocher aus und kochen mit Schneewasser ein paar Frankfurter und essen dazu Brezen. 

Es ist wirklich ein herrlicher Tag. Die Aussicht ist einmalig und auch der Schnee. 

Doch jetzt geht die Gaudi erst so richtig los. Wir treten mit den Rutschplatteln den Heimweg an. Es ist ein Riesenspass. (Wir Erwachsenen sind wohl nicht mehr so für diese Art der Abfahrt gemacht uns tat danach das Hinterteil weh.)

Es war ein wundervolles Erlebnis für die beiden Kleinen und auch für uns.“

Hände in die Hüfte stemmen, schnauben und anderes

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Es flockt ein bisschen wenn ich zum Fenster hinausschaue. Mich beruhigt dieses leise Fallen. Die Flocken kommen tonlos am Boden an.

Mich beruhigt das. Was mich beruhigen kann ist unser heutiges Thema.

Derzeit läuft in der Beratung vieles über Telefon oder auch Videotelefonie. Jeder sitzt an seinem Computer und man spricht miteinander über Bildschirm. Das ich nicht das Gleiche wie ein Gespräch ohne technische Hilfsmittel. Aber es kann durchaus eine gute Atmosphäre herstellen. Die Stubenuhr tickt, man hört und spürt ein wenig in das Leben anderer.

Ein geradezu magischer Moment: schafft man die technische Verbindung? Und dann strahlende Gesichter, wenn es gelingt.

Eines davon ist Antonia. Sie hat Ängste. Riesengroße Ängste, dass ihrer Familie etwas passieren kann. Es könnte Unfälle im Stall, am Feld oder auf den Schulwegen geben. Alles könnte plötzlich an Boden im Leben verlieren. Jetzt könnte man meinen, sie ist halt ein bisschen hysterisch. Aber nein. Ganz im Gegenteil. Antonia hat viel mit gemacht. Sie lebt ihr Leben mit großem Engagement und Entschlossenheit. Allerdings ist es auch bei ihr coronabedingt ruhiger. Sie sagt, dass gerade alles so gut gelaufen ist und nun dieses Loch.

Manchmal hat sie richtig Herzrasen. Ich erzähle ihr von einem kleinen Buch: Claudia Croos Müller: Nur Mut. Das kleine Überlebensbuch bei Herzklopfen, Panikattacken und co. 

Gemeinsam üben wir.

Die Autorin beschreibt Übungen, die unserem Gehirn und unserem Körper signalisieren, wir sind der Situation gewachsen. Jetzt kann man auf dem Bild nicht alles leicht erkennen.

Ich beschreibe euch eine genauer: Hände in die Hüfte stemmen: Du stellst dich breitbeinig fest auf den Boden, richtest dich auf und stemmst kräftig beide Arme in die Seite. Dadurch wird der Brustkorb weiter und du kannst wieder freier atmen, dein Blick hebt sich und die Perspektive des gerade noch eingeengten Blickwinkels wird weiter.  Solltest du dazu vielleicht noch schnauben wie ein Pferd, lösen sich zusätzlich die angespannten Gedankengänge im Hirn.

Wie die Autorin richtig beschreibt handelt es sich bei diesen Übungen um eine Spontanhilfe. Da wirken sie wunderbar, weil sie die Konzentration auf den Augenblick lenken. Konzentrieren muss ich mich halt schon selbst!

Und es ist sehr wichtig, sich auch eine Hilfe zu holen. Menschen, von denen man weiß, dass  sie einem gut zuhören können, die richtigen Fragen stellen.

Manchmal braucht es auch professionelle Hilfe. Nur Mut! Der erste Schritt ist vielleicht aufregend. aber er lohnt sich. Eine gute Adresse im bäuerlichen Umfeld ist die Beratung von Lebensqualität Bauernhof mit dem bäuerlichen Sorgentelefon und den Berater*innnen in den verschiedenen Bundesländern.

https://www.lebensqualitaet-bauernhof.at/ansprechpartner-tirol+2500+1651971

Die Bilder sind dem Buch Claudia Croos Müller: Nur Mut. Das kleine Überlebensbuch bei Herzklopfen, Panikattacken und co.  entkommen.

Ein Lob den Lobhudeleien

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Das Wörterbuch Duden sagt zur Bedeutung von Lobhudeleien:

übertriebenes, unberechtigtes Lob, mit dem sich jemand bei jemandem einschmeicheln will

Gut. Unberechtigt ist kritisch. Aber wird beim Loben wirklich so oft übertrieben?

Doch stellt euch vor! Unser letzter Blogbeitrag über die Wertschätzungspyramide hat einige Reaktionen ausgelöst: Danke, dass ihr darüber schreibt. Ich werde auf meinem Betrieb so oft übersehen. Fühle mich wirklich wie ein Möbelstück. Oder: könnt ihr das bitte auch meinem Arbeitsgeber ausrichten?

Das machen wir, indem wir heute zum Beispiel noch einmal genauer auf die Form eines Lobes eingehen. Damit ist nicht das „Tiroler Loben“ gemeint:

Nit gschumpfn isch glob gnuag. (Nicht geschimpft ist genug gelobt.)

Aus dieser Perspektive ist gleich einmal etwas eine Lobhudelei.

Dazu noch einmal Reinhard Haller. Er spricht von der Kraftquelle des Lobes. Das Lob müsse originell und individuell sein. Tja! Das ist schon ein Anspruch. Wie geht das?

Ich erinnere mich an einen sehr engagierten Übernehmer, der schon verstanden hat, dass das Lob ein wichtiges Mittel der Mitarbeiter*innenmotivation ist. Voller Tatendrang stand auf seiner Tagesordnung: Mitarbeiterlob! Bei einem weiteren Treffen mit dem Team ist er völlig überrascht, dass das Lob nicht ankam. Hat er es doch gemacht. Was ist passiert?

Das Lob konnte nicht ankommen, denn es war nicht persönlich und nicht von Herzen gemeint. Er hat selbst verstanden, dass er es gemacht hat, weil es zum guten Betriebsführer gehört. Er spürte, dass es da etwas anderes braucht.

Ich las einmal einen sehr guten Tipp für das individuelle Loben. Ich nehme mir die Zeit und meine ganze Aufmerksamkeit, (ist nicht immer eine Ewigkeit!), schau dir zu, wie du das machst und spreche aus, dass mir gefällt, was ich sehe, dass mir schmeckt, was du gekocht hast, dass es fein ist, in ein frisches Hemd zu schlüpfen, dass die Reifen gewechselt, das Auto getankt, die Kühe gemolken, das Bett frisch überzogen…

Bestimmt ist täglich etwas zu finden. Und für einen Moment rutscht das Herz fröhlich über die bunte Rutsche.

Ich schau dir in die Augen Kleines

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Gerade habe ich mit meiner Freundin Barbara telefoniert. Seit geraumer Zeit trödle ich um diesen Blogbeitrag herum. Was man so alles tun kann, um den heißen Brei zu umkreisen: da noch etwas nachschauen,  Protokolle sind noch nicht fertig, in der Küche ist noch etwas zu tun, Wäsche aufhängen, Mails checken, Kontostand sichten (ojeee)…

Dann ruft Barbara an. Voller Begeisterung erzählt sie von einer Schulung. Eine Online-Schulung über gelungene Online-Trainings. Sie schwärmt und beschreibt. Ich höre und merke, wie ihre Begeisterung ansteckt. Meine Energie wächst. Danke Barbara!

Und jetzt flutscht es wieder. Ich erzähle euch heute ein bisschen von den Stufen der Wertschätzung. Kennengelernt haben wir dieses Bild bei einem spannenden Vortrag von Reinhard Haller.

So habe ich mir das aufgezeichnet. Vielleicht schreibe ich es besser nochmals auf:

Von unten: Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Respekt und Achtung, Anerkennung, Wertschätzung, Vertrauen, Liebe.

Der Boden der Wertschätzung ist die Aufmerksamkeit und die Beachtung. Wie oft erlebe ich bei meiner Arbeit, dass es den Menschen schon an der Basis mangelt. Sie fühlen sich wie ein Möbelstück: steht immer am gleichen Platz und wird erst wahrgenommen, wenn es nicht mehr da ist. Das ist das Gegenteil von Achtung:  Missachtung. Wir können uns gegenseitig sehr kränken (ein wichtiges Wort bei Haller), indem wir uns nicht beachten.

Der Referent beschreibt Beachtung und Aufmerksamkeit als das bewusste Lenken meiner Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Durch das Gesehen werden wächst in uns das Gefühl WERTVOLL zu sein. Lebenskraft gedeiht.

(Über das besonders wichtige Tun, sich selbst Aufmerksamkeit und Beachtung zu schenken sprechen wir an andere Stelle.)

Was Blicke, Ohren und eine kleine Berührung können. Dann sehe ich dich und schau dich wirklich an. Wie gut das tut.

Buchempfehlung: Reinhard Haller, Das Wunder der Wertschätzung

Titelfoto: Michaela Pitterl

Bei der Hofübergabe oandla diskutiern

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Simon ist Berater der Bezirks-Landwirtschaftskammer Kufstein. Und er ist Bauer. Petra und Simon haben gemeinsam mit mir in der vergangenen Woche das Hofübergabeseminar für das Unterland gestaltet. Selten nehme ich mir die Zeit, auch bei meinen Kolleg*innen zu zuhören. Doch diesmal wollte ich wissen, worauf ich bei meinen Beratungen aus fachlicher Sicht gut acht geben muss – sozusagen eine fachliche Fortbildung.

Und dann bin ich mit ganz großen Ohren und einer noch größeren Freude dabei gewesen. Meine tollen Kolleginnen und Kollegen!

Simon, dessen Part eigentlich die Förderungen ist, hat mit einem ganz umfassenden Begriff von Förderungen aufhorchen lassen. Was da alles dazu gedacht werden kann!

Die Zukunft des Betriebes muss oandla* diskutiert werden. Er spricht auch von seinen eigenen Erfahrungen, setzt sich für das Beratungsangebot des Betriebskonzeptes ein, ermuntert die Anwesenden gut nachzudenken, wohin in Zukunft die betriebliche Reise gehen soll.

Er stellt eine Folie für die Betriebsanalyse vor, die wichtige Faktoren wie Arbeitswirtschaft, Rechte, Maschinen, Betriebszweige, Lage und Flächen, Ausbildung und Gebäude beinhalten. Da die Kästchen nacheinander dazu geschalten werden, bin ich schon ganz gespannt, was wohl das letzte sein wird.

Die Familie! Nein, nicht das Letztwichtige meint Simon, das Wichtigste!

Er beschreibt zum Thema Familie, wie wichtig das Eingebunden sein ist. Jemand der mit einem ist. Und dafür muss ich mir Zeit nehmen. 

Energisch und kraftvoll sagt er es. Und im Raum herrscht Nachdenklichkeit.

(*ordentlich)

Fahrtwind um die Nase

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Sophia ist eine Bäuerin von Format. Sie liebt ihren Beruf. Gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaften sie im Vollerwerb einen Milchwirtschaftsbetrieb. Die Kinder sind erwachsen, machen ihren Weg alle gut.

Zur Beratung kommt sie, weil es in ihrem Leben auch Konflikte mit nahen Menschen gibt. Sie will ihr eigenes Verhalten überprüfen, neue Denkansätze finden. Zum zweiten Termin nimmt sie gleich ihren Mann mit. Weil auch er davon betroffen ist. Ganz alleine könne sie das nicht tragen.

Schon ein bisschen Widerwillen habe er gezeigt. Sie habe ihm aber keine andere Möglichkeit gelassen. Sophia hat ihn überzeugt, war sich sicher, dass es auch für sie beide ganz zentral ist, einen Blick mit einer Hilfe von außen zu wagen.

Natürlich ist Beratung auch anstrengend. Heraus aus den alten Denkmustern, neues wagen.

Eine wichtige Hilfe für das Bewältigen von Schwierigkeiten und Konflikten ist, sich der eigenen Ressourcen bewusst zu werden.

Dazu haben wir bereits eine Serie veröffentlicht!

Was Sophia noch erzählt hat, sie habe nun das alte Moped ihrer Tochter aktiviert. Wenn sie damit unterwegs sei, dann fühle sie sich jung und frei. Sie käme dann wieder leichter in ihre eigene Kraft und könne dadurch- so hoffe sie- wieder besser mit den Herausforderungen umgehen.

Wie klug von ihr!

I believe in Love

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Gänsehaut! Das ist das Gefühl, das mir zu meinem gestrigen Abend einfällt. Also jetzt nicht nur einen Augenblick. Nein! Über weite Strecken.  Ich freue mich so sehr, dass es möglich ist. In der Psychologie spricht man davon, dass Erlebnisse, die unter die Haut gehen von einer besonders nachhaltigen Wirkung sind.

Kultur! Vom Feinsten. Weit weg von digitalen Angeboten und Ablenkungen sitze ich in der Götzner Pfarrkirche und lausche den Gesängen von Stimmpfeffer. Ein Jugendchor, den es nun auch schon seit einigen Jahren gibt. Der Klang und die teilweise sphärisch anmutenden Lieder verführen kompromisslos ganz bei ihnen zu sein.

Wonne! Ich bin von der ersten bis zur letzten Sekunde gebannt. Keine Denkspalten, wie zum Beispiel: was mache ich am Montag oder was essen wir heute noch, ist möglich. Getragen und geführt.

Liebe! Neben der Musik sind es auch die Texte, die berühren. Michael, der Obmann erzählt mir im Anschluss, dass der Text von dem Lied, in dem diese unerschütterliche Liebe vorkommt als Notiz bei der Auflösung eines Konzentrationslagers nach dem 2. Weltkrieg gefunden wurde.

Even when he is silent

Ich glaube an die Sonne, selbst wenn sie nicht scheint.

Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle.

Ich glaube an Gott, selbst wenn er still ist.

Danke! Ihr großartigen jungen Erwachsenen. So wie ihr die Liebe und das Vertrauen besingt- macht das Herz weit und dankbar. Dass es euch als Grundgefühl zur Verfügung steht, das wünschen wir euch von Herzen.

(Fotos: Leo Gruber)

Leit hoit’s zamm

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Der Sonntag hat viele Facetten. Was ich auch besonders mag, ist ein ausgedehntes Frühstück, bei dem uns Daniel, unser jüngerer Sohn besucht. Spannende Diskussionen, die Welt hin und her denken, mitunter auskotzen, was einem so unter der Woche auf die Nerven gegangen ist. Manchmal hören wir Musik, lernen voneinander Neues und schauen interessante Projekte an. Eine inspirierende Zeit!

Am vergangenen Sonntag machten wir einen Ausflug mit der Großfamilie. Daniel wie immer am Steuer- sehr guter Fahrer! (Mamalove sagt er dazu!)

Er müsse uns eine Musik vorspielen. Er habe etwas wiederentdeckt. Haindling! Ich glaub es nicht. Die alten Bayern!

Als unsere Kinder klein waren, lief die CD der bayrischen Rockgruppe auf und ab, während sie am Boden Matchboxautokolonnen bauten, Lego zu fantastischen Bauwerken gestalteten und vor sich hin werkelten.

Ich bin berührt – typisch Mama!

Und der Text: von so einer Aktualität. Daniel meint dann auch noch, dass die Strophe rund um den gschroa moanadn, aufblosenen Sturkopf besonders auf einen über dem Ozean weilenden Politiker passen würde.

Tja: wo er recht hat, hat er recht!

Hier zum Video „Leit hoit´s z´samm“

Ergänzen möchte ich diese Geschichte mit dem Schweizer Schriftsteller Kaspar de Weck, der meint uns allen würde Rücksicht gerade jetzt gut tun. Zusammenhalten beinhaltet wohl auch das gegenseitige Rücksicht nehmen. Besser funktioniert, wenn es von allen Seiten kommt. Ich übe!

Aber seht doch selbst im Text:

Leit hoit’s z’samm,
Sonst dauert’s nimma recht lang
Auf oamoi duad’s a g’scheitn Scheberer
Und dann kracht ois z’samm
Drum Leit’l seid’s g’scheit
Sonst kemma nimma recht weit
Da hoit ma liaba alle z’samm
Sonst dauerts nimma recht lang
A so a gschroa moananda, aufblosener Stoikopf,
A so a totschada, tokada Tramp’l wia der
A so a vierkant Quadratschedl,
So a Maulaff‘,
So a großkopfada, dramhappada Depp,
Leit hoit’s z’samm,
Sonst dauert’s nimma recht lang
Auf oamoi duad’s a g’scheitn Scheberer
Und dann kracht ois z’samm
Drum Leit’l seid’s g’scheit
Sonst kemma nimma recht weit
Da hoit ma liaba alle z’samm
Sonst dauerts nimma recht lang

(Songwriter: Hans-jürgen Buchner)

414 Jahre Freundschaftspflege und Lebensfreude

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Jeden Herbst gibt es beim Bruder ein Beerenbrocken und Rippltreffen. Vogelbeeraktion hat das auch schon bei unserem Papa und vorher bei Oma geheißen. Ich liebe das Zusammensitzen um den Schubkarren mit Unterhaltung, Schafe blöcken, Hennengegacker und bester Versorgung. Also ehrlich gesagt: ich war heuer nur einen halben Tag da, andere sitzen dann schon zwei Tage und die Oberschenkelmuskel verkürzen sich, das Kreuz tut weh und das gute Essen macht auch nicht gerade beweglicher.

Heuer gab es ein ganz besonderes Ereignis. Seht doch selbst auf dem Bild: Besuch der Damen. Ich könnte jetzt gar nicht sagen: der alten Damen. Sie wirken so anders. Auch wenn eben keine unter achtzig ist.

Wenn fünf Damen zusammenkommen, die miteinander die oben genannte Zahl an Lebensjahren zusammentragen, dann gibt es natürlich nicht soviele Jahre an Freundschaft und schon gar nicht ein Leben ohne Leid, Schmerz, Trauer und Kränkung. Wie denn auch!

Zwei davon sind Bäuerinnen und zwei waren Teil der ganz frühen Hauswirtschaftsabteilung (der Landwirtschaftskammer Tirol). Was mich so sehr beeindruckt: sie sind lebendig, schön, gepflegt, sprechen von Politik, Wanderungen, Chorsingen, vom Kochen, reisen, Sauna, laden sich gegenseitig ein und haben auch den Wunsch, sich gegenseitig gute Stunden zu schenken.

Prost ihr Lieben. Ihr seid Vorbilder und steckt mit eurer Lebensfreude an!

 

Sommerliebesgeflüster

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Ich werde in der Nacht munter. Noch bin ich nicht ganz sicher. Ein neues Geräusch… fremd. Außerhalb des Schlafzimmers. Es muss ein Tier sein. Vermutlich ein Frosch oder eine Kröte. Doch eines ist gewiss. Er lockt. Ewig. Und wie. Von flüstern keine Spur. Er versucht auf seine Weise ein Weibchen anzulocken. Inzwischen seit sieben Nächten. So unbeirrbar!

Vielleicht weil der Urlaub naht oder weil wir uns auch bewusst darum bemühen: wir sind dem Sommerliebesgeflüster auf den Fersen, nein ganz oft näher – vielleicht auch schon nahe am Herzen.

Die Sinne neu schärfen.  Mit dem Rad spät in der Nacht nach einem vergnüglichen Sommersingen nach Hause radeln. Die Luft fühlt sich lau an. Die Nacht streicht friedlich über meine Wangen.

Die Bilder unserer Landwirtinnen und Landwirte, die stolz ihre frisch gemähten Felder präsentieren. Auch Liebesgeflüster: lieben was man tut. Den Erfolg feiern. Vielleicht ein Feierabendbild dazu posten.

Das Reh bei einem Gang durch den Wald. Naja gut sehen kann man es nicht. Aber spüren, den zauberhaften Moment. Auch spüren, den eigenen aufgeregten Puls.

Lust an neuen Kreationen beschreibt uns ein Freund mit einem tollen Heurigen. Neues ausprobieren, kosten und genießen.

Ein Liebesgeflüster hatte in den letzten Wochen besondere Kraft: Franui konzertierte mit den Strottern in Tirol.

Gerne lassen wir euch mithören. Leider nicht von dem verzaubernden Konzert in Hall.

Verliebt habe ich mich in einen Satz rund um die spannenden Schubertinterpretationen:

staunend such i weiter und i gib koa Ruah!