Posts by: Angelika Wagner

Der goldene Morgen

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Heute sitze ich schon früh am Arbeiten- also noch vor 6:00.
Viele unserer Leserinnen und Leser sind da längst am Werken: im Stall, mit den Kindern, für die Gäste vorbereiten, Frühstück richten, in die Arbeit fahren und so weiter.
Wenn ich es schaffe, aus dem Bett zu krabbeln, dann hat diese Stunde vor der Alltag beginnt eine besondere Kraft. Ich kann mich in dieser Stille konzentrieren, der Kopf und auch das Herz ist anders bereit, können sich unverbrauchter auf die Ansprüche einstellen.
UND da begegnet mir heute wieder einmal der „Dekalog der Gelassenheit“, der Papst Johannes dem 23. zugeschrieben wird. Er habe sie geschrieben, um in Krankheit den Tag gut bewältigen zu können. So oft habe ich diese Gedanken schon erleichternd und den Alltag entzerrend erlebt.
JA ich weiß! Wir hatten sie schon einmal. Aber so zur Erinnerung?

Schaut nur:
1. Leben
Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
2. Sorgfalt
Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern … nur mich selbst.
3. Glück
Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück
geschaffen bin – nicht nur für die anderen, sondern auch für diese Welt.
4. Realismus
Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.
5. Lesen


Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.
6. Handeln
Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen.
7. Überwinden
Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.
8. Planen
Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.
9. Mut
Nur für heute werde ich keine Angst haben – und mich an allem freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.
10. Vertrauen
Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

Gedanken für den Tag: Welttag der Kranken

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Am Morgen, während Ihr vielleicht noch im Stall seid, die Kinder und Familie versorgt, vielleicht auch auf dem Weg zur Arbeit seid, kann ich häufig um 6:56 Uhr die „Gedanken für den Tag“ hören.

Und meistens nehme ich ein gutes Nachdenken mit oder habe das Gefühl, wie es unlängst ein oberösterreichischer Bauer im Seminar sagte: „JO eeh!“: Ich kenne die Gedanken, aber auffrischen tut gut!

Diese Woche redet eine Bioethikerin. Der Beitrag ist maximal fünf Minuten und doch so dicht und spannend.

Ich darf euch den Link für diese Woche und die Information dazu vermitteln.

In diesem Sinne: eine gute Woche, mit spannenden Eindrücken und Erfahrungen, die gut tun!

„Jeder, den es einmal erwischt hat, weiß: Eine unerwartete Krankheit, ein Unfall, verändert das Leben. Plötzlich ist man dem Strudel der Zeit entrissen. Die Wertigkeiten drehen sich um: Das zuvor so Wichtige wird relativ, der Blick aufs Wesentliche bahnt sich seinen Weg. Ein wundersamer Prozess, der nicht nur den Kranken oder die Kranke verändert, sondern auch die nächste Umgebung.

Das Kleine wird groß. Das, was selbstverständlich schien, erfährt mancher dankbar als Geschenk, so die Erfahrung der Bioethikerin Susanne Kummer. Statt geschäftig zu sein, lernt man einfach da zu sein. Und plötzlich ist Zeit da, von der man vorher gar nicht wusste, dass man sie hatte.

Krankheit löst eine Krise aus, sie ist aber auch immer eine Chance: Zu erkennen, dass wir alle verwundbar, vulnerabel und damit schutzbedürftig sind. Und dass wir einander brauchen, besonders in den Grenzerfahrungen des Daseins. Am 11. Februar wird in der katholischen Kirche der Welttag der Kranken begangen. Er wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen, um die kranken und bedürftigen Menschen weltweit in den Mittelpunkt zu stellen.“

Und zum Nachhören: 7 Tage ab

https://oe1.orf.at/player/20190204/542545

 

Die Bioethikerin Susanne Kummer spricht diese Woche auf Ö1

Hätte ich meine Mutter retten können?

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Heute möchte ich euch von einem ergreifenden Buch erzählen. Edith Eva Eger, eine Holocaustüberlebende und einundneunzigjährige Psychotherapeutin, fesselte mich mit ihren Gedanken ungemein.

In-Ich bin hier und alles ist jetzt /Warum wir uns jederzeit für die Freiheit entscheiden können-nimmt sie die Leser mit auf die Reise in ihr Aufwachsen in Ungarn,  das Grauen in Ausschwitz und ihre Flucht nach Amerika. Sie lebt, gründet eine Familie, arbeitet als Lehrende und Psychotherapeutin. Erst nach vielen Jahren gelingt es ihr über ihre Ausbildung und die Begegnung mit den Geschichten der Menschen, ihre eigenes Trauma zu heilen.

Ein spannendes Buch für alle

Einen Absatz möchte ich für unser Aufleben zitieren, weil er so tröstlich ist und zeigt, dass wir auch oder gerade trotz dunkler Stunden, das Leben befreien können. Als sie, ihre Schwester und ihre Mutter in Ausschwitz ankommen, wird Edith gefragt, ob das ihre Mutter oder Schwester sei- sie sagt, ihre Mutter. Darauf kommt ihre Mutter in die Reihe derer, die sofort vergast werden.

„Hätte ich meine Mutter retten können? Vielleicht. Und mit dieser Möglichkeit werde ich mein ganzes, restliches Leben verbringen. Und ich kann mich kasteien, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe, als ich hungrig und verängstigt war, als wir von Hunden, Pistolen und Ungewissheiten umgeben waren, als ich sechzehn war- es ist die Entscheidung die ich jetzt treffe.

Die Entscheidung mich so zu akzeptieren, wie ich bin: menschlich und unvollkommen.

Und die Entscheidung, für mein eigenes Glück verantwortlich zu sein. Mir meine Unvollkommenheit zu vergeben und meine Unschuld einzufordern. Nicht mehr zu fragen, warum ausgerechnet ich überlebt habe. Zu funktionieren, so gut ich kann, mich dafür einzusetzen, anderen von Nutzen zu sein, alles zu tun, was in meiner Macht steht, um meine Eltern zu ehren, mich darum zu kümmern, dass sie nicht vergebens gestorben sind. Mit meinen beschränkten Möglichkeiten mein Bestes zu geben, damit zukünftige Generationen nicht das erleben müssen, was ich erlebt habe. Nützlich zu sein, gebraucht werden, weiterzuleben und erfolgreich zu sein, damit ich jeden Augenblick nutzen kann, um eine bessere Welt zu schaffen. Und am Ende, am Ende nicht mehr vor der Vergangenheit davonzulaufen. Nach Möglichkeit alles zu tun, um mich mit meiner Vergangenheit zu versöhnen und sie dann zu erlösen.

 Ich kann die Entscheidung treffen, die wir alle treffen können. Ich werde die Vergangenheit niemals ändern können. Aber es gibt ein Leben, das ich retten kann:

Es ist mein Leben. Das Leben, das ich gerade jetzt lebe, diesen kostbaren Augenblick.“

 

 

Management by Ibrahim: Wie ein berberischer Koch mein Herz eroberte

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Der Übergang in das neue Jahr war heuer ein ganz besonderer. Gemeinsam mit Freunden wanderten wir über vier Tage und fünf kalte Nächte durch die Wüste Sahara.

Wüste erleben

Was für ein Erlebnis! Meine Sorge, dass mir beim Verrichten der Notdurft ein giftiger Skorpion oder eine Sandviper viel zu nahe kommen könnte, wurde von unserem Reiseleiter Husein glaubwürdig entkräftet. Die Jahreszeit sei viel zu kalt.

Die Tage waren geprägt von Wandern durch fremde und wunderschöne Landschaften und einer Zeit zum Nachsinnen. Ab und zu durften wir auch auf unseren Begleitdromedaren reiten: erhebend, lustig und auch nicht unanstrengend.

In der Zeit in der wir gemütlich wanderten, marschierte unser Koch Ibrahim mit flottem Tempo und drei Dromedaren, die die ganze Küche, sowie Lebensmittel und die Zelte geladen hatten, voraus.

 

Mit wenig exzellent kochen

Bis wir am nächsten Standort mitten in den Dünen ankamen (also so langsam waren wir auch wieder nicht) hatte Ibrahim bereits das Vieh versorgt, das Versorgungszelt aufgestellt, die Küche eingerichtet und am Gaskocher den berühmten Minztee für uns zubereitet. Während wir gemütlich unseren Tee schlürften, hat er ein Essen für uns zubereitet (dreigängig). Nebenbei redete er beinahe Nonstop, lachte und sang vor sich hin, beruhigte die Dromedare vom Zelt aus laut zurufend und organsierte für uns Decken.

Das alles am Boden kniend, die Kochgeräte und Lebensmittelsäcke rund um sich gerichtet. Jeder Handgriff saß.

Drei Stunden später gab es wieder Essen – wieder dreigängig. Gesund und köstlich mit Lebensmitteln aus der Region.

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Dinge konzentriert und gelassen machen

Zu Ibrahim fällt mir ein: Egal was du tust, wenn du es mit Herz und Hirn und entspannt machst, dann führt das zu hervorragenden Ergebnissen und scheint auch der betreffenden Person Freude zu bereiten.

Das will ich weiter verfeinern im neuen Jahr!

 

Bild: Ibrahim beim Tajine zubereiten; ein marokkanisches Schmorgericht, das uns besonders gut geschmeckt hat

 

Am Anfang war vornehm

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Das Zugfahren! Da kann man Geschichten über Menschen erzählen! Wunderbar! Bei meiner gestrigen Zugfahrt haben mehr Menschen nervös an der Tür des Railjets gestanden, da die Verspätung den Anschlusszug gefährdete.

Einer aber ließ mir dann freundlich den Vortritt. Möglicherweise gehörte ich auch zu den Nervösen. Da stand er dann, der Anschlusszug und nahm uns alle mit. Der Ritter und ich unterhielten uns dann die restlichen 25 Minuten angeregt über Vor- und Nachteile von Zug- und Autofahrten nach Wien, Verkehrsanbindungen, Politiker mit Herz und ohne.

Am meisten gefiel mir, dass der Ritter, der im Rahmen seines Berufes auch mit Bauern zu tun hat, sehr wertschätzend von ihnen gesprochen hat. Und das, obwohl er aus beruflichen Gründen mit ihnen immer wieder Grenzen verhandeln muss.

Da merke ich, dass ich das persönlich nehme, wenn es um die Bauern geht. UND, dass es gut tut, aufmerksamen Menschen zu begegnen

aufleben eben!

SUDOKU auf schweizerisch

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An einem herrlichen Sonnentag bin ich auf dem Rückweg von einer Fortbildung in Zürich. Hinter mir steigen zwei nicht mehr ganz junge Damen ein und bereiten sich sichtbar auf eine längere Fahrt vor… packen aus und wählen Fahrtrichtungen, prüfen, was nun fein sein könnte.

Schwyz-Steiermark – hin und retour

Kurz nach der Abfahrt nervt bereits die Wagon Tür! Sie geht auf und zu und auf und zu obwohl niemand ein und aus geht. Eine der Damen steht nach ca. zehn Minuten auf, begutachtet die Misere und löst durch ein kleines Stückchen Papiertaschentuch das Problem. Kein ewiges Auf- und Zugehen stört mehr. Wir erfreuen uns an der Lösungskompetenz, zugegeben diesemal jene der Frauen.

Sudoku und Zufriedenheit

Während ich weiter arbeite (im Zug lässt sich’s wirklich gut verwirklichen!) beobachte ich, wie eine der beiden der anderen ganz geduldig das Lösen von Sudoku beibringt. Dann kommen wir ins Gespräch. Maria lernt von Anna, sagt, es tue ihr gut, auch wenn es ihr nicht ganz leicht falle. Sie erzählen mir von ihrer weiten Reise in die Südsteiermark. Sie fahren dort hin, um einer Bekannten, die alleine auf einem Hof ist für ein paar Tage zur Hand zu gehen. Anna und Maria sind aus der Urschweiz wie sie sagen, dem Kanton Schwyz. Nachdem ich ihnen erzählt habe, wofür ich arbeite wurde es richtig spannend. Maria ist eine Bäuerin und erzählt von den Mühen ihres Lebens und wie sie nun (sie ist auf jeden Fall über 60) gut in ihrem Leben angekommen ist. Sie setzt sich sehr für das gute Leben ein – für sich und andere.  Wir drei sind uns einig, dass ein achtsamer Weg, auf dem man sich und die anderen gut im Auge (oder soll ich sagen im Herzen?) hat, ein befriedigender ist.

Wie sehr und wie oft einem das Herz aufgehen kann: aufleben eben.

Wert-Schätze

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Heute möchte ich euch von meines Mutters jungen Freunden erzählen: Die Jungbauern aus dem Dorf. Sie kommen regelmäßig – nicht oft- verkaufen Karten, sammeln für eine Versteigerung. Mit einer Herzlichkeit auf beiden Seiten begegnen sie sich. Dann wird diskutiert über Dorfvorkommnisse und den Jungen „etwas auf den Weg mitgegeben“: Werteorientierung für die Zukunft. Sie hören zu und denken vielleicht über das Gehörte nach. Sie-Daniel, Meister in Feldgemüsebau und Tobias, Meister als Maschinenschlosser- haben jedenfalls Lebendigkeit und Freude hinterlassen.

Sie erzählt von ihren kleinen Spaziergängen und dass da ein Bankl fehlt. Der Weg zu anstrengend. Sofort planen die beiden geschäftig, wie und wann die Jungbauern die Bank anfertigen und aufstellen können.

Dass die Beiden das Vorhaben umsetzen werden bin ich mir sicher. Ich erzähle euch davon!

Sommer ade?

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Die Finger sind kalt während ich hier am PC arbeite. Abgekühlt hat es. Doch heißt das, den Sommer nicht mehr gespeichert zu haben?

Ein bisschen mehr suchen müssen wir ihn schon! Und ganz gewiss ist er zu finden- auch wenn es manchmal länger dauert.

Ein besonderer Spruch von Albert Camus fällt mir dazu ein. Sozusagen entgegen der realen Situation des Abkühlens, aber auch für den Sommer in unseren Seelen:

 

„Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.“

 

Wir vertrauen darauf, dass Wärme, Freude und Lebensqualität auch in dunklen Tagen wachsen können. Gerade jetzt belebt die Buntheit der Herbsttage und die Düfte der sich zurückziehenden Natur.

Und wir schicken euch Sonnenstrahlen aus der Landeshauptstadt!

Wählt das Leben und nicht die Urne

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Vor nicht all zu langer Zeit war ich auf einer Tagung in Wien. Auf dem Weg zur U-Bahn fielen mir diese zwei Damen mit diesem sehr markanten Spruch im Hintergrund auf. Das Bild war anziehend und ich fragte sie beherzt, ob ich den ein Bild machen dürfte.

Folgender Dialog entstand:

„Darf ich Sie bitte fotografieren?“

Die eine: “ Wos hots gsogt?“

Die andere: “ A Foto wüs mochn vu ins zwa..“

Die erste: “ Asoooooo! Gean!“

Ich fotografiere die Beiden, die gar nicht viel Zeit haben, weil sie sehr ins Gespräch vertieft sind. Nach einer Begutachtung des Fotos-„Is eh schean!“ plaudern sie munter und vergnügt weiter.

Das Leben wählen

Kann man denn das Leben wählen? Und was heißt das überhaupt?

Die täglichen und manchmal unzähligen Entscheidungen lassen nicht immer Spielraum für eine bewusstes Nachdenken. Und manchmal sind die Dinge, die unseren Alltag prägen anstrengend und zerren an unseren Kräften und Nerven.

Doch die Erfahrung zeigt, wenn es immer wieder gelingt, lebensbejahend an die Dinge heranzugehen, habe ich einen freieren Kopf und ein besseres Gefühl für das was ist. Es ist auch eine Frage der Entscheidung mit welcher Grundhaltung ich an die Dinge herangehe.

S‘ Bankl

Die Wienerinnen sitzen mitten in der Stadt- sind trotz ihres Umfeldes kaum ablenkbar. Eine Bank, ein ruhiger Ort lässt sich finden, in unserem Land bestimmt nicht schwieriger. Wie gut, wenn ich ein wenig Zeit für mich und/oder auch Zeit mit anderen dort verbringen kann.

Burnoutprävention

In einem aktuellen Buch über Burnout war zu lesen, dass ein Burnout nicht nur wegen des Stresses entsteht. Es fehlt unter anderem auch am Dialog: zum einen den inneren und zum anderen den mit unseren Menschen.

Also: das Gespräch am Bankl-ein gesundes Austauschen übers Leben. Ganz besonders auch dann, wenn wir uns über uns selber mitteilen, vielleicht auch ein bisschen jammern, dann aber wieder die Kurve zur Lebensbejahung finden.