Posts by: Angelika Neuner

Die Muße ist analog

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Ich erkenne: die Muße ist analog!

Ich mag es schon, das Smartphone. Diesen kleinen Personal-Computer in der Handtasche: den allseits bereiten Fotoapparat, all die Landkarten immer parat (das Navigieren zu den abseits gelegenen Bauernhöfen erleichtert google.maps schon sehr). Das Radiohören, usw., es gibt herrlich viele Dinge für das man das Smartphone loben könnte!

Aber ich erkenne auch, dass das smarte Phone uns den „Frieden geraubt“ hat… ein bisschen Tagträumen, sinnlos herumsitzen, entspanntes Warten an der Bushaltestelle… all das gibt´s nicht mehr, denn gezückt wird das Handy um darauf herumzuwischen, zu tippen oder hineinzustarren.

„Die Muße: das ist die zwecklose Zeit im besten Sinn, jene Zeit, die Neues gebären kann, in der man vielleicht auch mal sein Leben infrage stellt oder entscheidet, zu Neuem aufzubrechen“, beschreibt ein Ö1 Redakteur so treffend dieses rare Gut.

Dieses kleine schwarze Ding hält uns ganz schön auf Trab, vor allem aber hält es uns fern der Muße! Ich behaupte frech, ohne Handy sind die Sinne geschärfter.

Neulich hat eine Bäuerin treffend formuliert: „Früher hat man vor dem Essen gebetet, jetzt macht man ein Foto!“ Wie sehr doch das Handy bereits zu unserem Alltag dazugehört.

Die Natur ist analog. Und genau darin liegt ihre große Kraft. Wir wollen mit der Welt in echter Verbindung stehen. Forscher sprechen von „Resonanzverfahrungen“. Dieses Gefühl kann mir zu einem bestimmten Grad die Natur vermitteln oder eben ein „lebendiges“ Gegenüber.

Für die kommenden Frühlingstage nehme ich mir vor, ein bisschen meine Mußen zu pflegen. Hoffentlich gelingt´s!

Die Rotholzerinnen: Claudia, Sonja, Sophia und die anderen

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Freitagnachmittag vor den Osterferien:

Ich bin eingeladen, den dritten Jahrgängen der FSLBHM (Fachschule für ländliches Betriebs-und Haushaltsmanagement) Rotholz Lebensqualität Bauernhof vorzustellen.

Jeweils eine Unterrichtsstunde stand zur Verfügung. Freundlich wurde ich darauf vorbereitet, dass die Mädchen toll seien, es aber vielleicht unruhig sein könnten: die Anstrengungen der letzten Wochen- die Schule feierte ihr 140 Jahr Jubiläum- sowie die nahenden Ferien könnten dazu führen. Und bitte die Stunde ganz pünktlich beenden- also die Damen nicht zu früh entlassen.

Dann war ich dort und ich war beeindruckt von ihrer Wachheit und der vollen Konzentration bis zum Schluss!

Ich darf euch hier vorstellen, was sie mit dem Wort aufleben verbinden: „Freude am Leben haben und teilen, nicht alles so ernst nehmen, viel lachen, Tätigkeiten verrichten, mit jemandem, den man gern mag; jeden Tag schätzen, Ideen umsetzen können, dankbar sein, Leidenschaften ausleben, in die Natur gehen und aufs Vieh schauen.“

Danke ihr wirklich tollen, junge Frauen: auch für die ausgezeichneten Cantucchini von eurem Schulbauernmarkt.

Innovationspreis sei Dank

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Einen würdevollen Rahmen hat uns gestern die Frau Landesrätin Palfrader geboten! Für die Arbeit an unserem Blog wurde uns vom Land Tirol der Bildungs-Innovationspreis 2019 verliehen. Wir sind immer noch ganz aus dem Häuschen! Bedeutet dies nicht nur Wertschätzung für unseren Blog sondern auch eine Würdigung für unseren leidenschaftlichen Einsatz für das Gute, Positive und Einigende!

Liebe Menschen haben sich mit uns gefreut und uns hochleben lassen. Dank allen die uns auf diesem Weg begleiten und bestärken!

Hier einige Eindrücke von der Verleihung und den Feierlichkeiten am 08. April 2019 im Landhaus in Innsbruck:

 

 

 

 

 

 

 

… mit unserem Laudator Dr. Robert Jonischkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) Birgitt Drewes

Unseren GernleserInnen möchten wir gerne die Laudatio zum Nachlesen anbieten:

Sehr geehrte Frau Landesrätin, sehr geehrte Ehren- und Festgäste,

ich habe heute also die große Ehre, die Laudatio für die beiden Preisträgerinnen Angelika Wagner und Angelika Neuner und ihren Blog „aufleben“ zu halten, einen Blog für Menschen in der Landwirtschaft, die auf ihre Lebensqualität achten und Impulse für ein gelingendes Leben am Hof suchen. Das ist mir insofern eine ganz besondere Freude, als ich durch dieses Projekt nicht nur eine persönliche Erkenntnis, sondern auch eine sehr wichtige Selbsterkenntnis erlangen konnte. Die Selbsterkenntnis besteht darin, dass ich schon ganz schön alt geworden bin. Das Wort „Block“ schreibe ich grundsätzlich noch mit „ck“. Beziehungsweise schreibe ich auf einem solchen. Mit einem Kugelschreiber. Und anscheinend haben die beiden Preisträgerinnen zu Recht vermutet, dass es in der Jury des Bildungsinnovationspreises auch solche digitalen Dinosaurier wie mich geben kann. Deshalb haben sie vorsichtshalber in ihrem Einreichformular definiert und beschrieben, worum es geht, wenn man den Blog mit einem weichen „g“ schreibt. Dabei handelt es sich um eine „tagebuchartig geführte, öffentlich zugängliche Webseite, die ständig um Themen und Kommentare ergänzt wird. Ein Blog ist lebendig und gewinnt durch die Einbringung von persönlichen Erfahrungen. Darüber hinaus ist auch ein Austausch der Leserschaft untereinander möglich und wünschenswert.“ So. Damit habe nicht nur ich etwas gelernt, sondern auch für heute meinen Bildungsauftrag erfüllt.

Jetzt macht allerdings der Blog allein noch nicht die Innovation. Schließlich ging der erste bereits am 13. Jänner 1990 online. Also genau betrachtet im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrtausends. Der Softwareentwickler Tim Berners-Lee verwendete ihn zum Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern des europäischen Kernforschungszentrums bei Genf. Ich muss gestehen, dass ihn nie gelesen habe, aber ich bin mir sicher, dass der heute zu prämierende Blog wesentlich spannender und lustiger ist. In dem habe ich nämlich mit dem größten Vergnügen ausgiebig gestöbert. Und das, obwohl ich gar nicht zur primären Zielgruppe gehöre. Die besteht nämlich gar nicht aus in Innsbruck geborenen Kufsteiner Stadtpfarrern, sondern primär aus aktiven Bäuerinnen und Bauern und sekundär aus Multiplikatoren im ländlichen Raum, zukünftigen Hofübernehmern, Landjugend, landwirtschaftlichen Fachschulen und Menschen im psychosozialen Bereich, welche mit bäuerlicher Bevölkerung zu tun haben. Wenigstens tertiär kann ich mich selbst dann auch dieser langen Liste anschließen, schließlich stammt meine Familie mütterlicherseits von einem burgenländischen Erbhof ab.

Und auch Ihnen allen kann ich die Lektüre dieses Blogs nur wärmstens empfehlen, auch wenn der eine oder die andere nicht zur unmittelbaren Zielgruppe gehört. Wo sonst liest man die neuesten Nachrichten aus dem Bankenwesen und erfährt, auf welchen Spazierwegen noch das eine oder andere Bankl fehlt? Wo sonst kann man einen Block gewinnen (also jetzt wieder den mit „ck“), wenn man vier Musikanten an ihren bestrumpften Haxen erkennt? Wo sonst kann man etwas über den Bergbauern Josef lesen, der auf 1.800 Meter Seehöhe in guter Nachbarschaft mit dem Herrgott lebt? Wo sonst wird der Beweis geführt, dass ein Altersunterschied von 60 Jahren keine Rolle spielt, wenn es um die Herstellung von Seife geht? Das waren jetzt nur vier kleine Beispiele aus den Rubriken AufsLeben, Das gute Leben, Menschenbilder und Zusammenleben am Hof. Was in der Rubrik Liebesgeflüster steht, bitte ich euch aus Diskretionsgründen selber nachzulesen.

Eines ist aber allen Beiträgen gemeinsam. Sie bieten einen durchwegs positiven, lebensbejahenden und optimistischen Blick auf Arbeit und Leben im ländlichen Raum. Und das ist meine Erkenntnis, von der ich eingangs gesprochen habe: Dieser positive Zugang ist gerade in der heutigen Zeit so unendlich wichtig. Am Tag, an dem ich diese Laudatio verfasst habe, bestanden die Schlagzeilen der ORF-Nachrichtenseite aus einer Scheidung, einem Diebstahl, einem Suizid, zwei Morden, vier Unfalltoten, zwei Bürgerkriegen und den Ergebnissen der letzten Spiele der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Der Fokus richtet sich auf die kleinen und großen Katastrophen in der Welt. Mit Negativschlagzeilen erhält man Aufmerksamkeit. Dabei geschieht so viel Gutes in der Welt, in Österreich, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Man weiß es nur nicht, weil keiner darüber berichtet. Der Blog aufleben.tirol ist hier nicht nur innovativ, sondern hoffentlich auch beispielgebend. Das ganze Projekt lässt sich durch drei Charakteristika beschreibe: Es ist wertschätzend, es bietet Raum für Menschen und ihre Geschichten und es richtet den Fokus eben auf das Schöne und Gute. Und davon gibt es schließlich jede Menge.

Das allein war aber natürlich noch nicht ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury, den Bildungsinnovationspreis in der Kategorie 2 an dieses Projekt und damit an Angelika Wagner und Angelika Neuner zu vergeben. Denn tatsächlich geht es hier nicht nur um Wertschätzung und Anerkennung von Bäuerinnen und Bauern und allen Menschen, die im ländlichen Raum leben und arbeiten. Das Medium „Blog“ ist nicht nur ein geeignetes Forum für Wissen und Austausch, Diskussion und Vernetzung, es ermöglicht einen sehr niederschwelligen und daher für viele offenen Zugang zu Bildung und Beratung und bietet auch die Chance, Menschen in Bildungsprozesse einzubinden, die aufgrund der räumlichen Entfernung und zeitlichen Möglichkeiten nicht am Diskurs teilnehmen können. Besonders zu erwähnen ist dabei, dass der Blog auch das Angebot macht, sich anonym Unterstützung und Beratung zu holen. Das ist besonders wichtig in potentiellen Konfliktfällen, wie es sie bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder Hofübergaben durchaus geben kann. Dass in solchen Fällen ein lösungsorientierter Ansatz im Mittelpunkt steht, der durch frische und frechere Betrachtungsweisen das Beharren auf festgefahrenen Standpunkten und das Verharren in der Problematik verhindert, finde ich dabei besonders erfreulich.

Kurt Tucholsky hat einmal gesagt: „Wer auf andere Menschen wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden.“ Dass Angelika Wagner und Angelika Neuner das ganz ausgezeichnet beherrschen, haben sie in ihren zahlreichen Arbeitsfeldern bewiesen. So ist Frau Angelika Wagner Beraterin für Lebensqualität Bauernhof in der Landwirtschaftskammer Tirol und Absolventin des Bundesseminars für das land- und forstwirtschaftliche Bildungswesen, ihre Kollegin Angelika Neuner Spezialberaterin im ländlichen Raum, vor allem für bäuerlichen Tourismus. Ich darf die Preisträgerinnen um Entschuldigung bitten, dass ich hier nicht alle ihre Ausbildungen und Qualifikationen aufzähle, aber ich habe die strikte Weisung bekommen, dass die Laudatio nicht länger sein darf als eine durchschnittliche Predigt.

In diesem Sinn darf ich Angelika Wagner und Angelika Neuner sowie ihren Vorgesetzten, die sie in der Umsetzung unterstützt haben, zu  diesem Projekt, das die Bildungslandschaft (und ich sage jetzt noch einmal ganz betont „Landschaft“) in Tirol so innovativ und nachhaltig bereichert, ganz herzlich gratulieren. In diesem Sinn sage ich jetzt Amen und darf nun unsere Frau Landesrätin bitten, die Urkunde zu überreichen.

Acht Haxen, vier Musiker und viel Freude

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Wieder einmal im Zug, dieses Mal nach Wien, war es unvermeidlich einer Unterhaltung nicht zu lauschen. Und spannend war´s! Zwei Herren beim Älterwerden (also so zwischen 50 und 60), unterwegs vom Tiroler Unterland unterhielten sich mit einer jungen Frau, die ab Salzburg die Regie für das Gespräch führte! Sie erzählte von ihrem Studium als Volksmusikantin, von ihren Auftritten, lud die Herren zu einem Konzert ein und widersprach ihnen freundlich und sehr geschickt, ob des traurigen Verfalls von Live-Musik in Lokalen. Sie erlebe es ganz anders und spiele mit ihren Kollegen und Kolleginnen viel in Lokalen. Die Stimmung sei gut und die Konzerte gut besucht.

Und weil mein Anreiseabend zur Sitzung noch Kapazität hatte, überzeugte ich mich gleich am selbigen Abend. Mitten in Wien, in einem sehr hippen Lokal Volksmusik vom Feinsten. Jeden ersten Dienstag im Monat. Die junge Volksmusikantin spielte mit ihrer Gruppe voller Leidenschaft: nachzuhören und sehen: www.Wuedaramusi.at

Kürzlich konnte ich selbst in ganz kleinem privaten Rahmen das Glück von Hausmusik genießen. Fein, klein, improvisiert und so viel Freude verbreitend.

Sollte jemand zufällig die oberen Haxen erkennen: bei einem Mail an lebensqualitaet@lk-tirol.at gibt es für die richtige Antwort einen Notizblock von Lebensqualität Bauernhof zu gewinnen.

Helga Brunschmid: Ois is bei der Ruah

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Mit unserer Vizepräsidentin Helga Brunschmid verhält es sich so: sie hat eine genauen Blick, bringt Dinge auf den Punkt und nimmt das Leben in die Hand, auch und gerade dann, wenn es nicht leicht ist!

Beim Bundesbäuerinnentag in Salzburg hat sie uns erzählt, was für sie aufleben bedeutet.

Bäuerinnen: Auf zum Stammtisch!

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Wer aufmerksam das Bildungsprogramm des LFI studiert weiß, dass wir bei Lebensqualität Bauernhof Tirol Stammtische für Bäuerinnen anbieten.

Bei den Unternehmerinnenstammtischen treffen sich Bäuerinnen, die sich und ihre Rolle am Betrieb weiterentwickeln wollen.
Auf der LFI Homepage sind gerade aktuelle Angebote zu finden: www.lfi.at

Neulich konnte ich erfrischende Bäuerinnen aus Oberösterreich kennenlernen, die eine Stammtischkultur entwickelt haben, die ihresgleichen sucht.

Ausgehend von einem gemeinsamen Arbeitsauftrag, den die Bäuerinnen vor 15 Jahren bewerkstelligten, treffen sich die Frauen seit dieser Zeit regelmäßig.

Und zwar im Gasthaus. Sie lachen miteinander, tauschen sich aus und sind sich Stütze in schwierigen Zeiten: damals als junge Bäuerinnen am Hof mit allen entsprechenden Anforderungen- inzwischen als Frauen, die sich rund um den Wechsel bewegen und teilweise noch fest eingespannt sind.

Eingespannt sind die Frauen auch deshalb, weil sie ihren Kindern und Schwiegerkindern bei der Betreuung der Kinder Unterstützung bieten. Sie erzählen davon, dass sie es den jungen Frauen gönnen, wenn sie in ihren erlernten Berufen noch tätig sein können.

Doch die gemeinsame Zeit gönnen sie sich, eine Form von sehr gesunder Selbstfürsorge.

Kommende Woche machen sie ihren Ausflug- sie fliegen nach Hamburg, freuen sich unbändig.

Auch Annamaria, die eigentlich unter Platzängsten leidet. Die befreundeten Bäuerinnen werden auf sie schauen: „Wir werden dir deinen Sitzplatz so dekorieren, dass du dich wohl fühlst!“

Sie hat ein bisschen weniger Angst und wird sich im nachhinein bestimmt über ihren Mut freuen.

Der Stammtisch in seinen vielfältigen Formen kann was …naja… nicht immer! Aber er erfüllt einen sehr wichtigen Zweck.

Kann uns jemand von einer ähnlich gelungenen Form erzählen?

Nur noch kurz die Welt retten…

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Ich bin oft beeindruckt, wie es junge Frauen am Hof schaffen, die vielen (neuen) Rollen unter einen Hut zu bringen. Das kann ganz anständig an einem zerren!

Heute möchten wir zum diesem Thema eine junge Bäuerin und Vermieterin zu Wort kommen lassen.
Zwischen „Kellerumbau, krank sein und dem Haus voller Gäste“ hat uns Bettina aus Neustift ihre Gedanken zukommen lassen:

Das Lied von Tim Bendzko („Nur noch kurz die Welt retten“) hat mich so zum Nachdenken gebracht. Und ich habe mir die große Frage gestellt: Wie soll denn ich als Mutter, Vermieterin und Bäuerin die Welt retten?

Muss nur noch kurz die Welt, retten
Danach flieg‘ ich zu dir.
Noch 148 Mails, checken
Wer weiß was mir dann noch passiert denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt, retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir.

(Zum Reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=4BAKb2p450Q)

Viele Ableitungen vom Lied entdecke ich in meinem Leben wieder. 148 Mails checken und alle an einem Tag, neben all den anderen Arbeiten rund um Familie, Haus und Hof… das ist eine Aufgabe, die ich manchmal nicht so einfach zu meistern weiß!

Vor drei Jahren haben wir die Totalsanierung unseres Bauernhofes abgeschlossen und seither vermieten wir Zimmer mit Frühstück und eine Ferienwohnung an Urlaubsgäste. Mein Mann, Franz, hat einen volle Beschäftigung als Elektriker und die Landwirtschaft führen wir im Nebenerwerb. Seither haben sich in meinem Leben viele Dinge geändert. Neue Strukturen, neue Kontakte, neue Gegebenheiten rund um mein „Ich“ stellen mich oft auf die Probe. Wie weit kann ich gehen? Wo sind meine Grenzen?

Viel Kritik wurde von außen an meinen Mann und mich herangetragen, aber auch aus den eigenen Reihen spürten wir den Gegenwind. Schaffen wir es? Oder nicht?

Unser Erfolgsrezept ist die Ehrlichkeit. Unser Betrieb spiegelt uns wider – von der Vermietung über die Landwirtschaft bis hin zur Gästezimmereinrichtung. Die Außenbereiche und die erlebbare Landwirtschaft sollen auch für die Gäste so echt sein, wie wir es uns selbst erwarten würden. Im Stall Schafe zu halten, wenn wir Schafe nicht mögen ist nicht authentisch. Billigwurst am Frühstücksbuffet zu haben, die wir selbst nicht essen würden, ist für uns ein absolutes No-Go.

Natürlich bekommen wir noch oft Kritik, aber diese Kritik sehen wir als Chance zu lernen. Wir haben keine Angst, die Wahrheit zu sagen und vor allem die Wahrheit zu zeigen. Unsere Kühe halten wir in Anbindehaltung, na und? Kommt doch vorbei und überzeugt euch, dass es ihnen gut geht! Wir geben euch gerne einen Einblick in unsere Arbeit, in unser Leben und zeigen euch auch unsere Stärken.

Eine Stärke von mir ist das bäuerliche Frühstücksbuffet. Dank meiner Erwerbsarbeit mit den bäuerlichen Direktvermarktungsbetrieben, konnte ich wertvolle Erfahrungen im Lebensmittelbereich sammeln und bin dadurch auch sehr heikel geworden. Heikel in Bezug auf die Qualität. Besonders in diesem sensiblen Bereich darf die Ehrlichkeit nicht fehlen. Wir Bauern und Bäuerinnen produzieren in Tirol so hervorragende Lebensmitteln und die sollten wir ohne Genier herzeigen.

PS: Bei meinem Frühstücksbuffet gibt es fast ausschließlich Tiroler und österreichische Lebensmittel und einiges sogar von unserem Hof. Orangensaft brauchen wir hier nicht. Wir haben so eine schöne Auswahl an Lebensmitteln in Tirol, dass wir unser Frühstücksbuffet sehr vielfältig und qualitativ hochwertig befüllen können. Ganz ohne Tomaten oder Orangensaft aus Spanien!

Nicht von heute auf morgen habe ich mein Buffet umgestellt, es ist gewachsen. Und es ist gelungen. Darauf bin ich stolz und das ist meine Art, die Welt in kleinen Schritten zu retten!

Mutig in die neuen Zeiten

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„Ich wäre gern mutiger“, hörte ich kürzlich eine liebe Person sagen, mehr zu sich selbst, als zu mir. Ja, mutiger wären wir alle gern. Couragierter – mutig mit Herz quasi.

Kann man Mut üben? Vielleicht verhält es sich ja, wie mit einem Muskel, den man trainieren kann? Bei der kath. Ordensfrau und Autorin Melanie Wolfers habe ich „Anstiftungen zum Mut“ gefunden. Hier ein Auszug daraus:

  • Nur wer regelmäßig innehält, findet Halt in sich selbst und kann ein couragiertes Leben führen. Innehalten etwa, indem ich den zurückliegenden Tag nachklingen lasse (Anmerkung: oder in die Augen einer Kuh schauen).
  • Sich wie Steve Jobs täglich fragen: „Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich das tun wollen, was ich heute tue?“
  • Die Fähigkeit pflegen, tief zu empfinden, dass ich dieses oder jenes wirklich gut gemacht habe.
  • Eine Kultur des GENUG pflegen. Denn die eigenen Grenzen sind nicht nur dafür da, dass ich sie überschreite, sondern sie können auch eine Umfriedung sein: ein Raum, innerhalb dessen ich in Frieden leben kann.
  • Selbstmitgefühl kultivieren, wenn mir etwas nicht so gelingt, wie ich es gern hätte (und so dem Perfektionismus die Stirn bieten).
  • Muße, Spiel und Beziehungen Das heißt auch, den Mut haben, nicht so viel zu arbeiten (Anmerkung: gefällt mir besonders gut!)
  • Für mehr und größeres leben als für das eigene Ich. Ganz konkret: jeden Tag etwas für andere tun.
  • Mich im Vertrauen üben – im Vertrauen ins Leben und in dessen guten Grund: in Gott

Melanie Wolfers ist momentan in Tirol. Sie spricht HEUTE (28. Jänner) in Schwaz und MORGEN (29. Jänner) in Landeck über ihr neuestes Buch: Trau dich, es ist dein Leben. Die Kunst, mutig zu sein

Mehr Infos dazu:

https://melaniewolfers.de/veranstaltungen/

Neue Weihnacht. Neues Jahr.

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Eine Welt im Wandel. Ein Herz, das strebt nach Liebe, Freude und Glück.

Mögen wir es nicht nur finden, sondern auch schätzen.
Mögen wir nicht nur geben, sondern auch annehmen.
Mögen wir uns nicht nur freuen, sondern auch mitfühlen.
Mögen wir nicht nur lieben, sondern auch loslassen.
Mögen wir nicht nur hoffen, sondern auch aufbrechen…

… in eine Zeit, die dem guten Miteinander gehört, dem Werden und Wachsen
und in ein neues Jahr, das uns auch aufleben lässt!

Unseren Leserinnen und Lesern ein freudvolles Weihnachten und ein gesundes und zufriedenes Neues Jahr im Haus, Hof und Stall.

Sprung in der Schüssel

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Jeder Mensch hat seine Fehler. Leider ist in unserer Welt in vielen Bereichen Perfektionismus gefordert. Die folgende Kurzgeschichte zeigt uns einen Weg mit Fehlern umzugehen:

Der Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei grosse Schüsseln hatte, die von den Enden der Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau, war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb gefüllt. Zwei Jahre lang geschah dies täglich: Die alte Frau brachte immer nur eine und eine halbe Schüssel Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so, wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg bis zu deinem Haus immer Wasser läuft.“
Die alte Frau lächelte und sprach: „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?“- „Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun giesst du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen.“ „Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“
(Autor: unbekannt)